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VorbereitungenBearbeiten

Auch das GH sollte man gut vorbereiten um böse Überraschungen zu vermeiden. Dazu suchen wir uns erstmal ein freies Gelände, wo der Wind aus der richtigen Richtung in der richtigen Stärke kommt. Auch hier sollten wir auf Hindernisse achten, wie z.B. Bäume, Baumgruppen, Fussgänger mit Kameras, Stacheldrahtzäune und „Hinterlassenschaften“ von Schafen oder Kühen. Je weniger von den genannten Hindernissen vorhanden sind, desto stressfreier wird das GH.

Tip: An Tagen mit Starkwind oder sehr böigen Winden kann es sehr hilfreich sein, wenn ein großes „Hindernis“ in der Nähe ist das einen Windschatten bietet, um dort später den Gleitschirm zusammenlegen zu können, oder um eine Pause zu machen.

Die Windrichtung ist im Prinzip egal, so lange der Wind einigermaßen gleichmäßig ungestört aus einer Richtung kommt. Tage mit sehr böigen Winden sollte man als Anfänger erstmal vermeiden. Leichte und mäßige Böen sind aber generell ganz gut, da sie das aktive Fliegen trainieren. Das erste Mal GH sollte man am besten bei leichtem, laminaren Wind machen (also etwa 10-15 km/h und Böen unter 25 km/h). Zu wenig Wind ist auch schlecht, da es dann schwer wird den Schirm oben zu halten.

Zur Kleidung: Festes Schuhwerk und dünne Sporthandschuhe. Die Handschuhe, damit man gut in die Leinen greifen kann – deswegen am besten auch nicht zu dicke.

Ziele setzenBearbeiten

In erster Linie soll das GH natürlich Spaß machen. Generell ist es aber auch sinnvoll spezielle Dinge zu trainieren, abhängig vom eigenen Können und der Umgebung. Die Umgebung und die Windverhältnisse sind dabei die unsichersten Faktoren, die sich auch am schnellsten ändern. Daher gehe ich im Folgenden auf die verschiedenen Wind- und Umgebungssituationen bei verschiedenen Könnensstufen ein.

TechnikenBearbeiten

Die Techniken sind so unterschiedlich wie nur irgendwas. Generell macht es Sinn anfangs einige generelle Grundtechniken zu beherrschen und mit der Zeit mit den verschiedenen Techniken zu experimentieren um ein Repertoire an Techniken zu beherrschen, die es einem ermöglichen in allen Situationen mit dem Schirm sicher umzugehen.

Generell stehen wir vor dem Aufziehen dem Schirm zugewandt und mit dem Rücken im Wind. Dies gilt eigentlich für alle Techniken, außer wir üben den Vorwärtsstart. Dies wollen wir hier aber nicht.

Weiterhin unterscheiden wir zwischen einem Aufziehen für den Rückwärtsstart und Aufziehen zum Groundhandlen. Ziel des Rückwärtsstarts ist es, den Schirm aufzuziehen, stabilisieren und kontrollieren, sich nach vorne auszudrehen und wegzufliegen. Im Gegensatz dazu bleiben wir beim Groundhandlen meistens dem Schirm zugewandt, also eingedreht. Beim Rückwärtsstart hat man meistens schon beim Aufziehen die Bremsgriffe in der Hand während man beim GH die Bremsen eigentlich gar nicht anfässt, sondern direkt mit den Leinen arbeitet.

NotbremseBearbeiten

Greifen der C/D-Leinen (oberhalb des Übergangs vom Gurt zur Leine) und kräftiges, zügiges herunterziehen um den Schirm komplett unfliegbar zu machen. Der Schirm flappt dann runter.

Tip: Bei Starkwind kann es Sinn machen, den Schirm zur Seite fallen zu lassen, da auch der Schirm am Boden einen wegziehen kann.

Greifen der LeinenBearbeiten

In der Praxis hat es sich bewährt, die Leinen oberhalb des Leinenschlosses zu greifen, also da wo die Gurte enden und in die Leinen übergehen. Um mehr Power zu bekommen, z.B. bei Starkwind kann man auch ruhig höher greifen. Die Bremsleinen kann man am besten (bei schwachem oder mäßigem Wind) durch „zupfen“ kontrollieren, d.h. etwa eine Armlänge über der Bremsrolle mit den Fingern in die Bremsleinen greifen und nach belieben ziehen. Das ist fast so, als wenn man in ein Instrument wie eine Harfe greift und spielt.

Einhängen (vorwärts / rückwärts)Bearbeiten

Am besten hängt man sich vorwärts ein, man bereitet sich also so vor, als ob man vorwärts starten würde und nimmt dabei für den Rückwärtsstart die Bremsen auch schon in die Hände (beim GH nicht). Danach dreht man sich entgegengesetzt der Ausdrehrichtung um.

Man kann sich auch gerade rückwärts einhängen, was jedoch nicht empfehlenswert für Rückwärtsstarts ist, da sich Flüchtigkeitsfehler leicht einschleichen. Dabei geht man wie folgt vor: (Beispiel für Rechtsausdreher)

Man steht zum Gleitschirm zugewandt und nimmt als erstes die rechte Gurte und hängt sie am linken Karabiner an. Da die Gurte noch nicht richtig ist, wird sie rechtsherum gedreht, also im Uhrzeigersinn, was eine Drehung von ca. 270 Grad ergeben sollte. Dasselbe wird nun mit der linken Tragegurte wiederholt. Diese wird rechts eingehängt und auch im Uhrzeigersinn gedreht, wobei es jedoch diesmal nur eine Drehung von ca. 90 Grad ist. Jetzt sollte man vor dem Gleitschirm stehen und die rechte Tragegurte sollte oben liegen.

Zusammenfassung: Für Rechtsausdreher: Rechte Gurte oben, Gurte rechtsherum drehen, Rechts ausdrehen Für Linksdreher: Linke Gurte oben, Gurte linksherum drehen, links ausdrehen.

Speeder einhängen, Helm auf und los.

TechnikenBearbeiten

Aufziehen bei kaum WindBearbeiten

Dazu benutzen wir die A-Leinen. Die rechte Hand greift die Leinenebene, die links eingehakt ist und die linke Hand die, die rechts eingehakt ist. D.h. die Hände sind nicht über Kreuz. Dies fühlt sich auch am natürlichsten an. Wie beim Vorwärtsstart die Leinen zuerst mit etwas Raum runterhängen lassen und dann mit einem kräftigen Impuls einen Schritt nach hinten machen und dabei die A-Leinen mitziehen. Danach die A-Leinen rechtzeitig loslassen und anbremsen durch Greifen und Runterziehen der Bremsleinen. Die Griffe sollten dabei in Ruhe gelassen werden und am besten die Leinen direkt „gezupft“ werden. Den Schirm dann immer ein wenig angebremst lassen, und durch sein eigenes Körpergewicht Druck auf alle Leinenebenen ausüben. Alle Leinen sollten immer ein wenig Druck haben, ansonsten stallt irgendwann der Schirm. Hier gilt eigentlich immer das gleiche Prinzip wie auch beim Fliegen. Also am besten immer etwas Druck auf den Bremsen und mit dem Körper balancieren. So kann man auch bei leichtem Wind den Schirm oben halten.

Aufziehen bei leichtem-mäßigem Wind und leichten BöenBearbeiten

Hierbei kann man auch die A-Leinen zur Hilfe nehmen – mit der einen Hand greifen wir beide A-Leinen und mit der anderen beide D-Leinen. Alles oberhalb des Leinenschlosses. Die A-Leinen sollten unter Spannung sein und die D-Leinen auf Abstand gehalten werden. Also ggfs. einen halben Schritt zurückmachen um die A-Leinen unter Spannung zu setzen. Dabei sollte der Wind schon den Schirm füllen und eine „Wand“ bilden, so dass fast nur die Hinterkante des Segels den Boden berührt. Durch Ziehen und Loslassen der D-Leinen steuern wir die Höhe der Wand. Ein stärkeres Ziehen der D-Leinen und ein Lockerlassen der A-Leinen sollte dazu führen, dass der Schirm wieder am Boden liegt. Nun kann man den Schirm entweder gemächlich oder zügig nach oben führen, je nach Geschmack. Dabei natürlich nicht vergessen, die D-Leinen locker und die A-Leinen unter Spannung zu lassen. Dabei auch evtl. dem Schirm, ein, zwei Schritte entgegen kommen, wenn man merkt, dass der Druck zu groß wird. Zum Schluss einfach die A-Leinen loslassen und mit der nun frei gewordenen Hand die anderen D-Leinen oder Bremsleinen steuern. Zum Steuern benutzen wir die D-Leinen bzw. man kann auch an den Bremsleinen „zupfen“.

Aufziehen bei mäßigem-starkem Wind und mäßigen BöenBearbeiten

Bei dieser Technik benutzen wir die A-Leinen gar nicht, sondern nur die D-Leinen. Jede Hand hält dabei einen Strang D-Leinen fest, ähnlich wie bei der Nur-A-Leinen-Technik. Die A-Leinen sollten Raum für einen kleinen Impuls haben, also nicht komplett unter Druck sein. Dann aufrecht oder leicht nach hinten gebeugt einen zügigen Schritt nach hinten machen und dadurch den Schirm mit Impuls hochziehen. Die A-Leinen werden dabei nur vom Oberkörper gezogen. Gleichzeit gehen wir dem Schirm mit 1-2 Schritten zügig entgegen. Mit den D-Leinen ggfs. gegensteuern um ein Überschießen zu verhindern. Wie beim Fliegen gilt auch hier: Wird der Druck auf den Leinenebenen zu stark: Brems- bzw. D-Leinen loslassen damit der Schirm nach vorne geht. Spürt man kaum noch Druck ist der Schirm vermutlich zu weit vorne. Dann etwas anbremsen mit den Brems- oder D-Leinen. Evtl. kann es beim Aufziehen hilfreich sein, wie in der vorherigen Technik die A-Leinen mit zur Hilfe zu nehmen falls der Wind nicht ausreicht. Zum Steuern benutzen wir die D-Leinen bzw. C/D.

Aufziehen bei Starkwind oder mäßigem Wind mit starken BöenBearbeiten

Dies ist die C/D-Leinen Technik. Hier nehmen wir noch zusätzlich die C-Leinenebene mit in die Hände. Eine Wand zu bilden wird zunehmend schwieriger, das Aufziehen dynamischer und man muss dem Schirm deutlich entgegen kommen beim aufziehen. Man sollte damit rechnen bis zu einer Schirmlänge dem Schirm entgegenzulaufen, also etwa so lang wie die Leinen ausgelegt sind. Das Steuern geschieht nun fast ausschließlich über die kombinierten C/D-Leinen. Bei Starkwind sollte man eigentlich auch immer diese in den Händen behalten, es sei denn der Wind flaut ab. Evtl. kann der Wind so stark sein, dass trotz vollständigen Lockerlassens der C/D-Leinen der Schirm einen nach hinten wegzieht, also in die Richtung in die man schaut. Die Windgeschwindigkeit ist höher als die Trimmgeschwindigkeit des Schirms. Nun kann man hoffen, dass die Böe bald vorbei ist oder man bricht das GH ab durch zügiges und kräftiges Ziehen der C/D-Leinen. Durch den Beschleuniger kann man die Trimmgeschwindigkeit natürlich erhöhen, was aber am Boden eher unpraktisch ist oder durch „vorbeschleunigen“ geht.


Techniken zum ÜbenBearbeiten

GrundlagenBearbeiten

SicherheitBearbeiten

FunBearbeiten

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